Alle Jahre wieder freut man sich auf Weihnachten. Und doch fällt mir auf, wie gegensätzlich man die Vorweihnachtszeit empfinden kann, so auch dieses Jahr:

Wie immer, hatte nicht nur ich das Gefühl, dass z.B. die Schokomänner, und auch andere Süßigkeiten schon wieder früher in den Läden standen, und manch einer hat auch schon bei Zeiten die kleinen Nikolauseinbrecher vermisst. Schließlich waren sie dann da, war wohl das letzte oder vorletzte Wochenende im November. Die Neulinge mussten sich bestimmt erst daran gewöhnen, bei Wind und Wetter an den Hauswänden zu hängen, die alten Hasen waren vielleicht froh, endlich an die frische Luft zu dürfen, nachdem sie fast ein ganzes Jahr in den Kellern vor sich hin müffeln mussten.

Zur Adventszeit gehört natürlich der häusliche Weihnachtsschmuck, der die Welt in weihnachtliche Stimmung taucht, wenn man auch irgendwie immer wieder glaubt, dass es manche Leute ganz schön übertreiben, vor allem, wo doch gerade dieses Jahr so viel über steigende Strompreise gejammert wurde - wenn das mal kein Argument für neue Preiserhöhungen bei den Stromlieferanten ist…

Weihnachtsmärkte gehören natürlich zur Adventszeit. Die Buden füllen die Straßen und Plätze aus, und sorgen für weihnachtliche Stimmung, am ehesten bei kälterer Witterung und natürlich mit Schnee. Dieses Jahr war es ja die letzten Wochenenden wohl eher lau(warm), also nicht unbedingt ‘die’ Glühweinstimmung.

Überhaupt,… Glühwein, Würste & Co. Das ist ein Thema, worüber man sich wirklich streiten kann. Nicht dass sie angeboten werden, sondern vielmehr über die ‘Qualität‘. Nicht selten, dass ich mich gerade über diese ärgere. Am besten, man macht sich den Glühwein selbst zu Hause, mit ordentlichem Wein, vom Weinhändler seines Vertrauens, dann ärgert man sich nämlich nicht, sein Geld für ‘gestreckte Massenware aus der Einheitsflasche’ ausgegeben zu haben.

Hat man das Gefühl, wenigstens einen guten Stand gefunden zu haben, dann trübt ja vielleicht einen riesige Fettfontäne beim ersten Biss in eine Wurst, die ansonsten recht appetitlich ausschauen mag, aber sich auch geschmacklich eher als ‘lau’ entpuppt - so geschehen gestern in Michelstadt.

Achja, der ‘Konsum‘. Alle Jahre wieder hofft der Einzelhandel auf den Riesenansturm der Menschen auf die Ware. Bisher war auch nicht das sonst übliche ‘Katzengejammere’ über ausbleibende Umsätze zu bemerken (sieht man einmal von der bisher liegengebliebenen Winterbekleidung ab) - schaun wer mal.

Immerhin… wir haben ja scheinbar urplötzlich den Aufschwung erwischt, die Wirtschaft brummt, und der Jobmotor soll angeblich auch ordentlich wieder anspringen!?

Spätestens eingestimmt von den frühen Jahresrückblicken im Fernsehen scheint sich auf einmal ganz Deutschland nun zum Jahresende mit Plasma- und LCD-Fernsehern, oder anderen Elektroartikeln einzudecken - die WM wirkt scheinbar nachhaltig - angeblich!

Fast parallel gab es aber leider auch eine andere Meldung: Die Armut steigt und es gibt mehr Obdachlose!

Eine Meldung, die die Bürger aufschrecken sollte, aber tut sie das?

Wohl eher nicht, die Meldung scheint (wie immer) schnell zu verpuffen!

Überhaupt wird dieses Thema zwar immer wieder einmal ‘gerne’ aufgegriffen, aber eher tot diskutiert, die Schuld wird gerne den Betroffenen selbst angelastet, am liebsten von denjenigen, die es sowieso nicht betrifft - und dabei kann es wirklich jeden treffen.

Weihnachten ist das Fest der Liebe - eine Zeit, in der in TV-Shows sehr gerne um Spenden gebeten wird! Dagegen ist auch nichts einzuwenden, schließlich spendet es sich wesentlich leichter von dem eigenen Sofa aus, als hastig, peinlich berührt, und möglichst nicht gesehen zu werden, jemandem auf der Straße genau die paar Cent-Münzen ins Körbchen zu werfen, die leider den Geldbeutel etwas zu sehr ausbeulen.

Schade nur, dass es scheinbar nicht schick ist, auch einmal eine Show zu organisieren, die um Spenden zu Schicksalen aus der näheren Umgebung aufruft.

Immerhin, wenigstens mancher Radiosender tut dies, und manche Lokalzeitung…

Dieser Artikel ist ein Beitrag zu Claudias Aktion:
Blog mir was im Dezember“.